Der
Start in den zweiten Tag erfolgte nach längerem Schläfchen mit einem
Frühstück in einem Restaurant um die Ecke. Hier gab es die Auswahl
zwischen 4 Frühstücksmenüs. Nudeln, Nudeln, Nudeln oder Nudeln jeweils mit
Kaffee. Wir haben uns, tadaaa, für die Nudeln entschieden und für einen
lächerlichen Spottpreis jeder eine große Schüssel Nudeln bekommen. Bei mir
war Chicken mit bei, bei Stephan etwas mit Eiern. War wirklich gut und
lecker. Nur sehr auffällig. Der Laden war voll und alle anderen (
Einheimischen ) hatten Stäbchen bei den Nudeln, nur uns hatte man Gabel und
Löffel gegeben. Warum wohl. Ob man einem mittleren Essensunglück vorbeugen
wollte ?
Der weitere Weg führte uns dann
durch mehrere kleine und große Einkaufsstraßen und anschließend durch den
Goldfischmarkt, den Blumenmarkt und den Vogelmarkt. Auf dem
Goldfischmarkt, eine lange Straße mit Geschäften zu beiden Seiten, war
alles zu bekommen, was man sich nur im Entferntesten mit heimischen
Fischen und Aquarien vorstellen kann. Der ganze Zubehörkram zu den Fischbecken
quoll aus den Läden auf die Straße und die Fische dazu waren in kleinen
Plastiktüten ebenfalls draußen aufgehängt. Schon ein recht, ähh,
eigenwilliger Anblick.
Der Blumenmarkt war dann schon
normaler. War so ähnlich wie bei uns auf dem Wochenmarkt, nur das die
Pflanzen weniger vertraut waren. Hier waren wir auch schnell durch und
standen schon mitten im Vogelmarkt. Die Straße war grob in eine
"Präsentierzone" und "Verkaufszone" gegliedert. Zuerst ist man an vielen
Chinesen vorbeigeschlendert die ihre eigenen Vögel im Käfig dabei hatten
und sich gegenseitig wortreich darüber unterhielten. So wie bei uns die
Leute am Wochenende im Park mit dem Hund spazieren gehen, gehen die
Chinesen mit ihren Vögeln zum Markt um andere Gleichgesinnte zu treffen.
Der Verkaufsbereich war dann aber weniger schön. Wenn unzählige Singvögel
in kleinen Kisten aufgestapelt in der Sonne stehen oder andere große Vögel
in winzigen Käfigen teilnahmslos unter der Decke hängen dann ist das
wirklich erbärmlich. Recht kurios waren noch die Säcke mit den lebenden
Heuschrecken, die man kaufen konnte. Welche Vögel sollen so was wohl
fressen ? Der gemeine Hauswellensittich doch wohl nicht, oder ?
Von
hier zur Bahnstation waren es nur ein paar Meter und wir haben die ersten
Erfahrungen mit dem Hong Kong'er ÖPNV gemacht. Ich kann nur sagen : Kommt
alle vorbei und lernt ! Erstens : alles so übersichtlich das man garnix
falsch machen kann und zweitens : spottbillig. Wir sind mit der Bahn ein
paar Orte weiter ins Land gefahren ( wieder irgendwas mit Hung Dong Long
Sun Dingens, ich weiß es nicht mehr ) um den Temple Of The 10.000 Buddhas
zu besuchen. Für die Bahnfahrt haben wir zusammen einen lächerlich kleinen
Eurobetrag ausgegeben. Dafür hätte uns in Deutschland der Schaffner noch
nicht mal die Türe aufgemacht. Im Ort haben wir uns dann nach kurzer
Orientierung auf den Weg gemacht um die Buddhas zu erkunden. Der Tempel
liegt nicht weit von der Bahn weg auf einem Hügel, der auch
praktischerweise mit einer großen Rolltreppe erklommen werden kann ( wenn
sie an diesen Tag nicht außer Betrieb gewesen wäre grrrrr ). Oben
angekommen war der Raum mit den vielen Buddhas erschreckend unspektakulär.
Ich glaube jetzt einfach mal, das es 10.000 sind. Interessanter war dann
schon den Rest der Anlage zu sehen. In etlichen Räumen und mehreren
Terrassen den Berg hinauf waren fast 1 Millionen Urnengräber eingelassen (
die waren nummeriert, höchste Zahl war was mit 983 Tausend ). An jedem
waren Bilder des Verstorbenen. Viele Familien waren da und beteten,
schwenkten die unvermeidlichen Räucherstäbchen und legten Essen in diesem
Räumen ab. Unmengen von Obst und hin und wieder ein Stück Fleisch wurde
hier abgelegt. Andere Länder andere Sitten.
Für
den Rückweg hatten wir uns überlegt, mit der Bahn weiter bis zum
Fähranleger und mit der Fähre rüber nach Hong Kong Island zu
fahren. Von dort aus wollten wir den Rest der Weltgeschichte per Bus
auskundschaften. Vor Ort am Central Bus Terminus wurden wir dann schier
erschlagen von der gigantischen Anzahl verschiedener Busse und Buslinien.
Alle Zahlen von 1 bis 999 mit waren vertreten ( um die Verwirrung zu
steigern gab's dann auch noch Buchstaben hinter den Zahlen, so gab es 963X
und 963E und was weiß ich nicht noch alles ). Nun ja. Wir haben uns dann
mühsam den Bus nach Repulse Bay gesucht. Muss ich erwähnen, das die
Busfahrt ebenfalls super billig war ? Mit dem Bus sind wir dann eine ganze
Zeit herumgekurvt und auch irgendwann an der Repulse Bay mit seinem Haus
mit Loch angekommen. Der Strand war recht verlassen, nur vereinzelte
Grüppchen verteilten sich in der Landschaft. Wir haben dann die
Gelegenheit für ein schönes Bierchen genutzt und wollten dann wieder mit
dem Bus Richtung Aberdeen weiter. Leider haben wir dann aber einen
falschen Bus erwischt ( ich sag nur 663E 663X 663D ... und Sonn- und
Feiertags auch eventuell mit anderer Nummer ) wo zwar etwas mit Aberdeen
dranstand ( im entscheidenden Moment natürlich alles andere in chinesisch
) was aber wohl nur der Name des Tunnels war, durch den wir wieder zurück
ins Zentrum fuhren. Naja. Trotzdem waren wir schon der Dämmerung nahe und
so haben wir uns wieder auf die andere Seite begeben ( ob Hong Kong auch
ne "richtige" und ne "falsche" Seite hat wie Köln ? Schäl Sick ? ). Nahe am Ufer fanden
gerade die Squash-Weltmeisterschaften der Frauen statt. Man stand kurz vor
dem Endspiel. Das alles open air, wohlgemerkt. Das konnte ich mir
natürlich nicht entgehen lassen. Ich habe mich also hingesetzt und Squash
gekuckt. Stephan ist in der Zeit noch mal zum Nightmarket gegangen um noch
ein wenig Nippes abzuschleppen.
Gegen 8 Uhr sind wir mit dem
Transferbus Richtung Flughafen abgedampft, wo wir gegen 0 Uhr nach Cairns
entschwebt sind. Die Maschine war etwas kleiner ( 2-3-2 Konfiguration ) und nicht
komplett voll. Die meisten Leute hatten eine 2-er Bank für sich alleine.
So war der Flug recht angenehm.