Der Flug verlief sehr angenehm.
Ich hatte einen 2-er Platz am Fenster für mich und konnte mich
entsprechend bequem betten. Zwei Filme und ein wenig rumdösen später waren
wir endlich wieder in Australien.
In Cairns angekommen und durch
alle obligatorischen Einreisekontrollen gelotst, standen wir also am
Flughafen. Erste Aufgabe : Unser Auto aufgabeln. Dies war leider nicht am
Flughafen abzuholen, sondern im Citydepot von Herz. Aus der Frau am
Schalter mit den Bustransfers in die Stadt wurden wir nicht so ganz
schlau. Als wir die Adresse nannten, wo wir hinwollten, sagte sie schlicht
: Nee, da fahren wir nicht hin. Ohne die gute Frau weiter mit Fragen zu
belästigen, haben wir uns ein Taxi genommen. Nach kurzer Fahrt wurde es
auch klar, warum der Citybus uns nicht geholfen hätte. Das "Citydepot" für
die größeren Fahrzeuge von Herz ist beim Flughafen direkt um die Ecke und
nicht wirklich in der City. Naja. Der Taxifahrer hat uns direkt vor der
Tür abgeladen ( und war gar nicht böse über die sehr kurze Fahrt, das habe
ich in Deutschland auch schon anders erlebt ). Leider war diese Tür auch
ziemlich verschlossen. Ein Schild besagte : Wir haben immer auf, außer
Sonntags. Und tadaaa, heute war Sonntag. Sollte da jemand bei der Planung
etwas entscheidendes übersehen haben ?
Nach fünf etwas ratlosen Minuten
hielt plötzlich jemand ein und fragte, was wir denn hier wollten. Nachdem
wir unser Leid geklagt hatten, meinte er, das hier wäre ja das Depot für
die Campervans. Das für die Jeeps sei ein wenig die Strasse runter auf der
anderen Seite. Toll. Er war super freundlich und hat uns dort sogar
hingefahren. Nach kurzer Zeit ist hier sogar jemand erschienen, der uns
unser Auto ausgehändigt hat. Einen Toyota Jeep, der eher wie ein
aufgemotztes Stadtauto aussah. Hm, ob der für die Tour in den Norden das
richtige war ? Egal, ausprobieren.
Zuerst sind wir allerdings nach
Cairns reingefahren um mal einzukaufen. Ein wenig zu Knabbern und viel zu
Trinken sollte man schon dabei haben, wenn man so lange Strecken unterwegs
ist. Nach Einkauf im Woolie sind wir noch ein wenig die Promenade
entlanggeschlendert und haben mal verglichen, wie es so vor 2 Jahren
ausgesehen hat. Zumindest der Strandabschnitt und der Bereich zum
Bootshafen hat sich immens gewandelt. Die ganzen Anlagen und
Schwimmbecken, die jetzt dort angelegt sind sahen auch recht neu aus. Nach
einem Kaffee und einem Toast in einem der Straßenkaffees haben wir uns
dann endlich in Richtung Norden in Bewegung gesetzt. Es waren auch schon
fast 12 Uhr und wir hatten noch einiges zu fahren. Nicht jedoch ohne
vorher den Sommer ausgerufen und auf kurze Klamotten gewechselt zu haben.
Endlich tolles Wetter !
Die Fahrt ging leichter von der
Hand wie gedacht. Man war sofort mit dem Fahren auf der falschen
Straßenseite vertraut, wie als wenn man das immer macht. Komisch
eigentlich. Allerdings die tägliche Blinker-Scheibenwischer-Verwechslung
wurde zum Running Gag.
Wir sind recht zügig aus Cairns
raus, an der Küste entlang Richtung Port Douglas gefahren. Immer begleitet
von fantastischen Aussichten auf tolles blaues Meer. Weiter an Port
Douglas vorbei ging es Richtung Daintree und der Daintree Ferry. Wir
wollten ja nach Cape Tribulation und dort weiter über den Bloomfield Track
nach Cooktown. Bis hier oben hin zur Fähre war auch alles geteert und das
Fahren kein Problem. Vor der Fähre haben etliche Anbieter von
Krokodil-Touren ihre Quartiere aufgeschlagen. Das wollten wir zumindest
auf der Rückfahrt auch noch machen. Auch nach der Fähre den restlichen Weg
zum Cape Tribulation war die Straße zwar teilweise recht eng und kurvig
aber geteert und sehr gut befahrbar. Endlich kam dann nach ewigen Zeiten
der Moment. Die Straße hört auf, der Track fängt an. Es war nicht so
schwer zu fahren. Es war eigentlich recht gut geschottert und einfach nur
staubig. Die Flussdurchfahren hatten sich bis auf 2 auch erledigt, da wir
den trockensten Moment des Jahres erwischt hatten. Alles wartete auf
Regen, aber die Regenzeit wartete noch ein wenig ab. Allerdings bedeutete
schon die erste Flussdurchfahrt auch das Ende des Weges für alle normalen
PKW ( von denen wundersamer Weise recht viele hier unterwegs waren ! Wenn
das die Vermieter gewusst hätten ). Ab hier hatten wir den Weg für uns und
unseren 4WD alleine. Nach etlichen steilen und kurvigen Ecken ( wenn das
ein wenig matschig gewesen wäre, hätte man da bestimmt hin und wieder ein
kleines Problem bekommen ) sind wir schließlich am Nachmittag wieder in
bewohntem und bebautem Land angekommen. In der Aborigine-Siedlung sind wir
kurz zu den Bloomfield Falls abgebogen. So richtig spektakulär wars jedoch
nicht. Dafür war zu wenig Wasser unterwegs. Wir sind nun schnurstracks zu
unserer Bleibe im Regenwald gedüst. Die Mungumby Lodge (